28.12.2009

Özledim seni

özledim seni...
ayrılık yüreğimi uyuşturuyor karıncalandırıyor nicedir.
beynimi uyuşturuyor özlemin...
çok sık birlikte olmasak
bile benimle olduğunu bilmenin
bunca zamandır içimi ısıttığını
yeni yeni anlıyorum
yokluğun, hatırladıkça yüreğime saplanan bir sizi olmaktan çıkıp
mütemadiyen bir boşluğa
sabahları seni okşayarak
başlamaları aksamları her isi bir kenara koyup
seninle baş başa konuşmaları özlüyorum;
oynaşmalarımızı,
yürüyüşlerimizi,
sevimli haşarılığını,
çocuksu küskünlüğünü...
nasılda serttin başkalarına karşı
beni savunurken;
ve ne kadar yumuşak
bir çift kısık gözle
kendini ellerimin okşayışına bırakırken
gitmeni asla istemediğim halde
buna mecbur olduğunu görmek
ve sana bunları söylemeden''git artık'' demek
''beni ne kadar çabuk unutursan, o kadar çabuk kavuşacaksın mutluluğa''
demek sana nede zor
seni görmemek ve belki yıllar sonra
karsılaştığımızda bana bir yabancı gibi bakmanı istemek senden...
yeni bir sevdayı yasakladığım kalbime söz geçirmek....

Can Yücel

20.10.2009

Von Bienchen und Blümchen oder: Die Erklärungsversuche eines türkischen Opas

Letztes Wochenende war wieder „Nichtentag“. Ich holte meine Nichte Pakize (immernoch 6 Jahre) von einem Kindergeburtstag ab und war gerade dabei, Sie für den Kindersitz zu präparieren, als folgender, von der Familie Naric mittlerweile gefürchteter Satz fiel :„Du Teyze, weißt du was?“. „Nein, mein Schatz, ich weiß nicht“. Pädagogisch nicht einwandfrei, aber wenn diese Frage kommt, bedeutet das für uns immer Alarmstufe „Rot“. Und dem war auch so. „Teyze, Asli hat einen Bruder. Und ich habe eine Schwester. Ich liebe meine Schwester, wirklich, aber ich habe gedacht, dass sie aus Mamas Bauch als Junge rauskommt.“ „Nein, nein, nein, nicht ich!“ dachte ich und mir türmten sich riesengroße Fragezeichen auf, bis mir die zündende Idee kam. „Herzstück, frag doch mal Dede. Der kann dir das bestimmt viiiiellll besser erklären als ich. Der ist auch viel älter und weiß auch viel mehr als ich“. So, das wäre geklärt, dachte ich, denn Dede ist für Pakize der Größte und der Tollste und Beste und Überhaupt, wo gibt! „Ok, dann frag ich Dede. Der weiß eh immer alles besser als Mama und Du“ stammelte sie mittlerweile von der Rückbank rüber. Chapeau Nichte, das saß! Merke Nr. 1: unterschätze nie die Klugheit eines Kleinkindes!

Bei meinen Eltern angekommen, flog die Jacke in Windeseile auf die eine und die Schuhe auf die andere Seite des Flures. „Du, Dede, Dede, weißt du was?“ Ich hörte aus dem Wohnzimmer das geduldige „Was?“ meines Vaters. „Du, Dede, Asli hat einen Bruder. Warum habe ich keinen Bruder. Ich liebe meine Schwester. Ich wollte doch, dass Fatma mein Bruder wird. Aber Dede, ich liebe Fatma. Wirklich. Ähmm... warum ist meine Schwester kein Junge?“ Meine Mutter kam langsam aus der Küche und verfolgte nun diesen Dialog genauso wie ich mit großen Augen und einem sichtbaren, noch größeren Grinsen im Gesicht. Meine Mutter konnte kaum an sich halten. Dede hatte dafür innerhalb von drei Sekunden mindestens 50 gefühlte Schweißperlen auf der Stirn. Wir waren nun alle auf die Antwort, die mit einem grammatikalisch nicht ganz einwandfreien Deutsch folgen sollte, sehr gespannt. „Pakize, dich haben wir bei Real gekauft. Und Fatma bei Rewe. Bei Rewe gab keine Jungen mehr. Deswegen wir haben Fatma mitgenommen.“ „Rot“ erklärt noch nicht ganz die Gesichtsfarbe meines Vaters. Er schien sichtlich erleichtert zu sein und lachte lauthals los. Pakize schien die Antwort aber gar nicht zu gefallen: „Ach, nein Dede. Man kann keine Kinder bei Real und Rewe kaufen. Wir waren in Mamas Bauch wie kleine Würmer. Und nach 9 Monaten sind wir aus Mamas Bauch gekommen. Und Allah hat gesagt, dass ich ein Mädchen werden soll. Und bei Fatma hat er das auch gesagt. Mann Dede, ich dachte du weißt das. Teyze wusste das auch nicht!“ Merke Nr. 2: versuche nie, einem Kleinkind einen Bären aufzubinden! Der Spiegel wird dir eher vorgehalten, als dir lieb ist!
:-)

06.08.2009

Neulich in: der Fussballwelt

Welche Farbe hat Dein Herz? Eine Liebeserklärung.

Wenn mir diese Frage gestellt wird, ist es unumstritten: schwarz-gelb! Warum und wieso, werde ich an anderer Stelle bestimmt mal bloggen. Heute geht es mir aber um etwas Anderes. Deutsche und türkische Medien berichten seit Tagen über die Probleme, die die Schalke-Führungsetage mit der Schalke-Hymne hat. Als ich die ersten Meldungen hierzu gelesen habe, wollte ich es eigentlich für einen schlechten Scherz halten (http://www.ksta.de/html/artikel/1248965020977.shtml). Dem war leider nicht so.

In verschiedenen Foren und Netzwerken, in der Öffentlichkeit, in den Wohnzimmern, in den Büros und natürlich in Gelsenkirchen und unter den Gelsenkirchenern entbrannte eine Vielzahl hitziger Diskussion darüber, wie Schalke 03+1 hier reagieren sollte. Aus der Ferne meldete sich Christoph Daum zu Wort, der dafür plädierte, das Lied umschreiben zu lassen und war für den Dialog „Wir müssen alle unseren Teil dazu beitragen, friedlich miteinander zu leben, trotz des unterschiedlichen Glaubens. Gewalt und Drohungen dürfen keine Rolle spielen.“(http://www.welt.de/sport/fussball/article4255421/Daum-raet-Schalke-die-Vereinshymne-zu-aendern.html).

Am selben Tag segnete der Zentralrat der Muslime die Hymne ab und Generalsekretär Mayzek „riet jedoch dazu, den Humor zu bewahren – immerhin gebe das Lied eigentlich alles richtig wieder. So gebe der Text zu verstehen, dass Mohammed keine Ahnung von Fußball habe: „Ist ja auch klar, weil er nämlich vor der Erfindung des Fußballs gelebt hat. Also, lassen wir doch die Moschee im Dorf und versuchen, das mit Humor zu nehmen.“ (http://www.welt.de/sport/fussball/article4262455/Zentralrat-der-Muslime-segnet-Schalke-Hymne-ab.html).

Cem Özdemir gab ein Tag später ein Interview, in dem er bestärkte, dass der Prophet nicht verhöhnt werde und fügte hinzu, dass sich die Aufregung in der türkisch-muslimischen Community in Grenzen hielt (http://www.bild.de/BILD/politik/2009/08/06/gruenen-chef-cem-oezdemir/schalker-hymne-verhoehnt-propheten-mohammed-nicht.html).

Fazit der ganzen Aufregung: die Hymne bleibt so, wie sie ist!

Was hat das nun mit meinem schwarz-gelben Herzen zu tun?

1. Die Bundesliga beginnt und meine Wochenenden haben endlich wieder einen Sinn (zugegeben mit dem Thema da oben hat das wenig zu tun)
2. Auch in meinem Umkreis bzw. in meinen Borussia-Netzwerken poppte das Thema „Schalke-Lied“ hoch (man sollte es nicht meinen!Normalerweise Tabu-Thema Nr.1). In vielen anderen Foren ging es bei diesem sensiblen Thema hoch her und es wurde nicht wirklich sachlich diskutiert. Fussball hat wenig mit Sachlichkeit zu tun, es geht hier um Emotionen, keine Frage. Das weiß jeder, der mit dem Thema „Fussball“ annähernd in Berührung gekommen ist. Ein Thread wurde zu diesem Thema eröffnet und man sollte darüber diskutieren, wie man es als Borusse findet. Normalerweise wird in diesem Forum sekündlich gepostet. Hier hielt man sich komischerweise dezent zurück. Drei oder vier verschiedene Menschen hatten hierzu eine Meinung. Ich bin in diesem Forum die einzig weibliche, türkisch-muslimische Anhängerin (von ca. 3.400 Mitgliedern). Eigentlich wollte ich mich nicht zu diesem Thema äußern, tat es aber trotzdem mit folgenden Sätzen:

„Mit schwarz-gelbem Herzen und als Muslima bleibe ich sachlich und sage (und stehe ich hier stellvertretend für ca. 4.-5000 Mitglieder dieser Netzwerkplattform, die türkischer Herkunft sind, teilweise Fußballliebhaber, teilweise Gelsenkirchener Lokalpatrioten, teilweise Deutsche mit türkischem Migrations- hinter- vorder- unter-oder-was-auch -immer-Grund usw. usw. usw.): es ist eine kleine Randgruppe (wie so oft im Leben) die nichts Besseres zu tun hat, als das berühmt berüchtigte Sommerloch zu füllen... Die öffentlichen (türkischen) Stimmen sind da ganz andere und es wird wieder einmal nur polarisiert... Schade, ist aber so! Wer so einem Bull... soviel Raum für Diskussionsstoff lässt, ist selbst schuld! Und ja: es gibt auch in der Bundesliga Menschen (damit meine ich die Schlacke´s), die muslimischer Herkunft sind und nach diesem Lied abgehen, wie Schmitz´ Katze :-)! Und eigentlich bin ich hier, weil ich das thread fürs Tippspiel suche, kann mir jemand helfen ;-))??“

Nach diesem thread war das Thema in diesem Forum beendet und ich bekam viele persönliche Nachrichten per email, in denen ich zu diesen Sätzen beglückwünscht wurde (wobei das sicher nicht meine Absicht war). Mein thread entbehrte nicht einer gewissen Provokanz (muss ich aufrichtig gestehen)...

Das ist meine Borussia! Es wird respektiert, andere Meinungen werden akzeptiert, es wird Solidarität bewiesen, nicht polarisiert und polemisiert. Ich bin als vollwertiges Mitglied (als Frau, Türkin und Fußballfan) mit schwarz-gelbem Herzen integriert. Und so soll es sein! Nicht nur beim BVB…

http://www.ich-bin-schwarz-gelb.de/index.php?seite=start

http://www.bvb.de/?%87%ECZ%1B%E7%F4%9C%5Bl%E6%8C%9E

04.08.2009

Neulich in: der Kinderwelt

Mein Bruder und ich wurden am Wochenende von unserer Schwester zum Essen eingeladen. Ayk (der Bruder), manchmal sehr „strange“, was die Bekleidung (vornehmlich T-Shirts) anbetrifft, hatte ein rotes T-Shirt mit einem schwarzen Vogel-Print an. Soweit, so gut. Allerdings liegt dieser Vogel auf dem Rücken, die Krallen offensichtlich starr nach oben gestreckt. Als mein Bruder in der Tür stand, hatte unsere Schwester direkt Tränen in den Augen, weil sie an unseren vor 20 Jahren verstorbenen Wellensittich denken musste. Sie hatte den Vogel, der an einer sehr mysteriösen Krankheit litt, gefunden. Dieses Trauma können wir ihr bis heute nicht austreiben.
Unsere jüngere Nichte, nennen wir sie mal Fatma (17 Monate), zeigte direkt mit dem Finger auf den Vogel und versuchte mit ihrer Babysprache und den großen Augen irgendetwas mitzuteilen. Die ältere Nichte, nennen wir sie mal Pakize (6 Jahre) schrie mit einer etwas unsicheren Stimme: Dayi, der Vogel auf deinem T-Shirt ist ja tot! Dayi (schluckte und schaute rat- und hilflos nach links und rechts): Nein Pakize, der schläft nur. Pakize: Nein Dayi, der ist tot!!! Dayi (leicht verzweifelt und in einer offensichtlich misslichen Lage): Nein, wirklich, der schläft! Ein paar Stunden später, ohne Dayi im Zimmer: Teyze, Dayi denkt wirklich, dass der Vogel schläft! Aber der ist doch tot!? Sagst Du ihm das?

Hier die besagte Marke bzw. das Shirt ;-)
http://www.groundzeroshop.de/product_info.php?cPath=3_15&products_id=320

Legende:
Dayi = Onkel
Teyze =Tante

21.07.2009

Kybele, die Göttin der Fruchtbarkeit und der Liebe

"Sibel ist ein weiblicher Vorname dessen Herkunft nicht gesichert ist. Er ist in vielen Regionen der Welt in unterschiedlichen Schreibweisen verbreitet. Dennoch etablierte sich der Name vor allem in der Türkei und erfreut sich auch in Frankreich, nicht zuletzt wegen seiner weichen Aussprache, immer größerer Beliebtheit. Im Arabischen steht der Name für den "Regentropfen zwischen Himmel und Erde, der jedoch niemals auf die Erde fallen wird". (Quelle: Wikipedia)

Dies war ein kurzer Ausflug in die Welt von Wikipedia. An alle "SIBEL´s", sowie diejenigen, die mit einer SIBEL zusammen sind oder einer SIBEL imponieren wollen.
Hier die ultimative Antwort auf die Frage: „Wer bin ich und wenn ja, warum“!?

Ich war vor 10 Jahren in Istanbul. Das ist jetzt nichts Besonderes, denn in Istanbul war ich in meinem kurzen Leben sehr oft. Vor 10 Jahren stand ich nun mit großen Augen vor der Hagia Sophia, denn bis dahin kannte ich Istanbul immer nur als große, lärmende, bunte und undurchsichtige Stadt. Ich wollte mir ein wenig Kultur gönnen und war mit einer Horde bildungshungriger „ausländischer“ Touri´s unterwegs.Nach ein paar Minuten sprach mich ein türkischer Geschichtsprofessor an und fragte, ob ich türkischer Abstammung sei… (die Frage war nicht ganz ersichtlich, war ich doch außer meiner sizilianischen Freundin in dieser Gruppe die einzige „Ölaugin“). Er fragte mich auf eine eigenartig unaufdringliche undhöfliche Art nach meinem Namen und sah mich dabei von oben bis unten an. Der Professor erzählte, dass er sich mit Namensgebungen und Ahnenforschung beschäftige und, dass viele die ursprüngliche Herkunft ihres Namens nicht kennen würden. Das sei sehr schade, denn schaue man sich die Personen genauer an und kenne die Bedeutung/Herkunft ihrer Namen, könne man feststellen, dass der Name zu den Charaktereigenschaften und zu der Persönlichkeit eines Menschen in den meisten Fällen zusammen passe. Also fing er an, mich an einem verregneten Novembertag in Istanbul auf einer Bank vor der Hagia Sophia über die Herkunft meines Namens aufzuklären:

Der Name SIBEL kommt von Kybele; Kybele ist die (unter anderem) Göttin der Fruchtbarkeit und der Liebe (der Blick des Professors ging wieder auf meine Figur).Bei den alten Hetitern hieß Kybele „Cybele“.Die Byzantiner änderten es marginal in „Cybel“ um und bei den Osmanen/Türken (weil Cybel nicht ausgesprochen werden konnte) wurde es zu SIBEL. Kybele hätte eine sehr weibliche Figur.. (Wenn man sich die Bilder zu Kybele, der Mutter alle Götter, anschaut, würde ich mal behaupten: ja, das kann man so unterschreiben... ;-))Sybille, Cybil, Isabel haben denselben Ursprung... dann grinste der ergraute Prof. süffisant und meinte: „ Deine Eltern wussten schon, warum sie dir gerade diesen Namen gegeben haben“. Er widmete sich wieder den anderen Touristen und ließ mich mit großen „Ölaugen“ zurück. Was man nicht alles auf einer Istanbulreise lernt! Vor allem über sich selbst ;-)

In der Ägäis wird der Name „Kybele“ übrigens häufig als Markenname für Produkte aus Olivenöl benutzt.

http://www.sungaya.de/schwarz/griechen/kybele.htm

Edit: es gibt nichts Schlimmeres, als "den schönen Namen Sibel" zu einer "Zwiebel" verkommen zu lassen… alle Leidesgenossinnen wissen, was ich meine... da bevorzuge ich lieber Sibob, Siby oder Sibosh ;-)… (ist aber keine Aufforderung mich so zu nennen ;-)
Edit2: Über den Wahrheitsgehalt der Ausführungen des Professors übernehme ich keine Gewähr ;-)Edit3: irgendwann blogge ich, warum ich mit Nachnamen ausgerechnet Naric heiße und nicht "Anders" ;-)

To be continued...

20.07.2009

Geburt

Es ist und wird wohl tatsächlich eine schwere, unglaubliche schwere Geburt. Woher soll ich wissen, ob ich ein "TrafficBlogger", ein "SchwätzchenBlogger", ein "NischenBlogger" oder gar ein "NewbieBlogger" bin? Im Leben hätte ich mir nicht ausmalen können, was sich hinter Trackbacks, Linkhubs, Blogevents und Memes und Blogcarnivals befindet. Was mach ich denn nun? Kann man Web 2.0 eigentlich auch als Studienfach belegen? Wahrscheinlich! Verlinke ich mich mit Technorati oder doch lieber nicht? Und lasse ich mich auf peer groups ein (bisher kannte ich die nur aus der Schule). Werde ich nun die Topbloggerin oder verharre ich als NischenBloggerin? Vielleicht entscheide ich mich ja auch für das "Multi-AutorenBlogging" und lade in regelmäßigen Abständen GastBlogger ein... Que voi? Mamma mia...!

Eines weiss ich wohl: ich mag kein kleines Sternchen am Rande der (Blogger)Galaxys sein! Nein, das mag ich nicht! Und deswegen mache ich mich mal auf den Weg im WorldWideWeb und crosslinke mich jetzt auf Teufel komm raus...!!!

19.07.2009

Trainingslager oder Die Diva

Ich war letzte Woche im Trainingslager.

Nein, nix Fußball. Im richtigen Diven- und Zickentrainingslager auf einer schönen Insel im Süden. Ich dachte immer, ich wüsste Bescheid. Diva sein ist einfach. Kann jeder. Auch ich. Aber nein, ich musste mich eines Besseren belehren lassen. Ich habe meine Meisterinnen gefunden. Im Divenkosmos bin ich ein klitzekleines unscheinbares Lichtlein, zu dem, was ich letzte Woche mitgemacht habe bzw. erleben durfte. Lehrreich war es! Auf Mallorca war ich. Das erste Mal. Mit drei Frauen. Also Mallorca und drei Frauen. Einzelheiten, was das bedeutet, möchte ich jedem Leser an dieser Stelle ersparen. Kann sich eh jeder denken. Mit Mallorca habe ich immer schon grölende, bereits besoffene Kegelbrüder und Junggesellinnenabschiedsgedöhnsrat sowie Jürgen Drews verbunden. Nein, dem war zu meiner großen und unerklärlichen Überraschung nicht so. Die Leute, die im Flieger ruhig und entspannt saßen, waren so normal. So stinknormal. Langweilig. Nichts mit Alkoholfahne und üblem Mundgeruch im Nachbarsitz. Egal, die Enttäuschung hielt sich in Grenzen. Dafür 50 Zeitschriften wie Elle, Gala, InStyle und Bunte um mich rum verteilt. Kann man mit leben, muss man aber definitiv nicht. Vor allem muss man nicht wissen, wer mit wem weshalb wie viele uneheliche Kinder hat und warum Frau XY so fett geworden ist. Aber gut. War ja mit Frauen unterwegs.

Mit dem Mietwagen ging es zum Hotel. Ich durfte fahren. Nicht, weil ich gerne fahre, nein, weil die eine Diva kein Automatikwagen fahren kann, die andere ihre Brille vergessen hat und die andere grundsätzlich ungern Auto fährt. Im Hotel angekommen (nach ca. 1 ½ Stunden, wobei wir sehr leicht in einer halben Stunde in der Destination gewesen wären, fragt aber lieber nicht warum) ging es mit den Nerven am äußersten Limit ins Bett. Alles, was an den darauffolgenden Tagen auf mich zurollte, war nicht zu bändigen, geschweige denn zu stoppen.
Auszug (ein Hauch von Auszug um genau zu sein): wie lange dauert die Fahrt denn noch zum Strand (wir waren gerade 10 Minuten unterwegs); ich muss unbedingt ein Espresso haben, ohne Espresso von Starbucks gehe ich nicht raus (mitten in der Pampa), ich muss zu McDreck um mir ein Shake zu holen, (obwohl zig stilvolle Cafés um uns rum); ich muss mal, aber sofort (auf der Autobahn mit 150 Sachen); ich bin müde und habe Kopfschmerzen (erster Abend um 23 Uhr am Yachthafen mit gutem Essen und gepflegter Weinverkostung und nach 12 Stunden ununterbrochener Sonneneinstrahlung, bei Temperaturen um die 38 Grad Celsius); ich muss noch unbedingt zu Prada und zu Zara und zu… (dieses Thema, also „shoppen“, durchzog sich durch den kompletten Urlaub, bis zur letzten Stunde, denn es war „Sale“ in Spanien); Hardcore-Shopping von 10 Uhr morgens bis 20 Uhr abends mit einer kleinen Pause von ca. 1 Std. (und das in einer kleinen Stadt wie Palma)… wie erwähnt, dies ist nur ein minimaler Bruchteil von einem Abenteuerurlaub der besonderen Art…

In Wikipedia steht zu „Diva – Plural Diven, aber auch (weniger stilvoll) Divas – rührt von der weiblichen Form des lateinischen und italienischen divus „göttlich“ her.“
Soweit so gut. Göttlich bin ich auch. Nicht umsonst stammt der Name Sibel von Kybele ab. Wen es interessiert, wer Kybele ist, kann ja googeln.
Weiter in der Definition: „Häufig wird der Begriff „Diva“ jedoch auch mit einer negativen Wertung im Sinne von Hochmut belegt, wenn Personen (meist Frauen) infolge besonderen Bekanntheitsgrades ihrer Umwelt ihre gegebene oder vermeintliche Abgehobenheit durch ‚Unnahbarkeit‘ zu erkennen geben. Mitunter steht ein solches Diventum auch in Verbindung mit Launenhaftigkeit und Missachtung oder gar Schikanieren des persönlichen Umfeldes. Männliche „Diven“ sind keineswegs unbekannt. “ Ich sterbe für jede männliche Diva! Und jeder Mann, der mit solch einer Spezies von Frau zusammen sein muss, tut mir unendlich leid... Die Missachtung und das Schikanieren seines persönlichen Umfeldes beherrschten meine Miturlauberinnen mitunter in Perfektion… Will nicht heißen, dass Bösartigkeit mit im Spiel war. Nein. Definitiv nicht.

Warum Trainingslager? "In der Sportberichterstattung wird der Begriff launische Diva meist im Zusammenhang Sportlern (meist Fußballspielern) verwendet, deren Spiel mitunter starken und für den außenstehenden Betrachter unvorhersehbaren Qualitätsschwankungen unterworfen ist und deren (künstlerisches) Repertoire dabei von meisterhaft aufgeführten Klassikern bis hin zu hochmütig und gelangweilt heruntergespielter Alltagskost reicht.“
Mehr gibt es zu diesem Mallorca-Urlaub auch nicht zu sagen. Ich habe meine Gurus gefunden! Und viel gelernt, über das Dasein einer wahrhaften DIVA.
Bin reif für die Insel. Brauche mindestens zwei Wochen Urlaub. Mallorca wäre schön, habe ich gehört...

Edit: Diverse Augenzwicker bitte hinzudenken ;-)
Edit2: Maria Callas war eine Diva. Aber sie war wirklich eine DIVA.