Vor ein paar Wochen war ich nach sehr langer Zeit mal wieder im Kino. Obwohl ich kein großer Fan von Til Schweiger bin, wollte ich mir unbedingt „Zweiohrküken“ antun. Da sich keine von meinen Freundinnen anbot, überredete ich sehr schnell einen guten Freund zu einem Kinoabend, der mit mir nur gut werden konnte.
Gesagt, getan. Als wir dann an der Kasse standen, stellte ich fest, dass der Film erst in zwei Tagen anlaufen sollte. Da mir aber nach einer Schnulze war, entschied ich mich für „Männerherzen“, ohne meiner Begleitung überhaupt ein Veto-Recht einzuräumen.
Soweit alles noch sehr unspektakulär. Der Film ebenfalls.
Am Kassenautomaten angekommen, wir waren die Ersten, die den Saal verlassen hatten, versuchte ich mit aller Macht und brachialer Gewalt, das Parkticket in den entsprechenden Schlitz zu drücken. Zu meiner Verwunderung tat sich aber auf der Digitalanzeige nichts. Mein Ticket war doch bis zum Anschlag im Automaten. Mein Freund, der sich für mich scheinbar schon fremdschämte, versuchte nun mit mir zusammen, das Ticket wieder aus besagtem Schlitz zu befreien. Denn die Schlange hinter uns wurde immer länger und die Leute strömten nur so zu den Parkautomaten. Hinter uns stand ein Pärchen, die das Geschehen (mittlerweile fuchtelten wir mit einem Schlüssel) amüsiert beobachteten, gaben uns den Hinweis, dass man das Ticket gar nicht bis zum Anschlag einführen kann und es sich um etwas Anderes handeln muss. Nein, ich war doch nicht blöd! Was sollte es denn bitteschön sonst sein? Die Schlange wurde immer länger. Man sah uns an, als wären wir total verblödet oder Analphabeten. Zwei Schwarzköppe eben.
Letzte Hilfe: der rote Knopf. Es klingelte, aber es passierte nichts. Nach gefühlten 5 Stunden hörten wir dann endlich eine offensichtlich ausländische Stimme. „Ja, hallo?“ „Ja, hallo, wir haben hier unser Ticket im Automaten und der spuckt es nicht wieder raus“ schrie mein Begleiter den Automaten an. „Nein, das geht nicht. Sie können das Ticket nicht in den Automaten reinstecken. Das Ticket halten Sie nur dagegen. Glauben Sie mir, das passiert sehr oft. Sie können den da nicht reinstecken“. „ So ein Quatsch. Das Ticket ist doch drin und der spuckt es d e f i n i t i v nicht aus. WIR sind ja nicht doof. Kommen Sie jetzt doch bitte sofort hier her und kümmern sich darum. Das Dingen ist kaputt“ schrie ich nicht nur den Automaten an. Der Parkwächter muss förmlich meinen Atem in seinem Nacken gespürt haben. Er murmelte noch etwas Unverständliches vor sich hin und schrie zurück „Ich komme“. „Herrjee, typisch Ausländer, ist bestimmt ein Türke“ fauchte ich meinen Freund an, dem alles sichtlich peinlich war.
OK. Wir warteten. Und sahen in die verärgerten und genervten 50.000 Augen. Wiederum gefühlte 10 Stunden später kam der Parkwächter. Ja. Er war ein Türke. Er öffnete in aller Seelenruhe den Automaten und holte ein Ticket aus dem Automaten. Ich hatte also doch recht, ich war ja nicht blöd. Dumm nur, dass das Ticket sehr große Ähnlichkeit mit der Kino-Eintrittskarte hatte. Der Wächter würdigte mich keines Blickes, schloss seinen Automaten wieder ab, strafte mit einem bösen Blick meinen Begleiter ab, der bereits in Grund und Boden versunken war (und wahrscheinlich tausend Tode starb) und ging, nicht ohne uns noch einen schönen Abend zu wünschen.
Um meinem Begleiter noch den letzten Rest zu geben, meckerte ich lauthals auf dem Weg zum Parkhaus, wieso er denn bitte nicht aufgepasst habe und er sei sowieso und überhaupt schuld.
Er verließ das Parkhaus mit einem hochroten Kopf, peinlich berührt und der felsenfesten Überzeugung, nie wieder mit mir ins Kino gehen zu wollen und ich mit einem Lachflash, der erst einige Stunden später enden sollte.
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